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Pressespiegel

12.12.1999   Nordhandwerk

132 kB Gemeinsam für Mensch und Natur

19.3.1999   Hamburger Abendblatt

353 kB Für Theater Lehrstelle: Buckel Volvo wird versteigert

Der Hamburger Öko-Bäcker Thomas Effenberger spendiert einen aufwendig restaurierten Oldtimer. Die Idee, so einen Ausbildungsplatz zu finanzieren, hatte Horst Storjohann von der Handwerkskammer.

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Er kam zu dem Oldtimer wie „die Jungfrau zum Kinde" und gibt ihn nun für einen guten Zweck ab: Der Hamburger

Öko-Bäcker Thomas Effenberger stiftet seinen originalgetreu restaurierten Buckel-Volvo zur Finanzierung eines Ausbildungsplatzes am Ernst-Deutsch-Theater.

Am morgigen Sonnabend kann das Liebhaber?Auto ersteigert werden. Von heute mittag an steht der Oldtimer vor Privattheater zur Besichtigung: ein Traum in tiefem, warmen Weinrot, komplett neu lackiert, fahrtüchtig , zugelassen, dazu bekommt er noch eine neue TÜV-Plakette. Seine Daten: ein Volvo 444, unter Kennern als sogenannter „Buckel" bekannt, Baujahr 1957, 1557 Kubik mit einer 1,6?Liter?Maschine, 62 PS und bis zu 155 Stundenkilometer schnell. Der generalüberholte Viertaktmotor kann mit Normal-Benzin betankt werden, das Motoröl braucht jedoch Bleizusatz. Das Liebhaberstück hat ein Drei?Gang?Getriebe mit Handschaltung, der vierte Gang ist der zum Rückwärtsfahren. Wie viele Kilometer der Buckel auf dem Buckel hat ist nach Angaben von Ralf Behrend, Ausbilder bei der Kraftfahrzeuginnung und maßgeblich an der Restaurierung des Fahrzeuges beteiligt, „nicht mehr genau zu rekonstruieren". „An dem Tacho wurde mal gearbeitet", sagt er, „die Maschine läuft aber wie eine Eins."

Die Versicherung, die den Wagen Effenbergers nach der Generalüberholeng schätzte, wies in ihrem Gutachten seinen „sehr guten bis guten Zustand" aus und veranschlagte seinen Wert auf gute 14 000 Mark. Das Mindestgebot legten Effenberger und die Intendantin des Ernst-Deutsch?Theaters, Isabella Vértes?Schütter, jedoch auf 15 000 Mark fest: „Eine runde Summe für dieses prächtige Auto", so die Theater-Chefin. Zudem diene der Buckel Volvo ausschließlich einem guten Zweck. Denn: Mit Hilfe des Versteigerungserlöses soll im Sommer ein Ausbildungsplatz im Gewandmeister?Gewerk in der theatereigenen Werkstatt - zumindest anteilig - finanziert werden. Rund 40 000 Mark wird die dreijährige Ausbildung das Theater kosten, eine Summe, die bislang nicht vorhanden ist. Nun also soll der Oldtimer helfen - und eine Benefiz?Geschichte der besonderen Art schreiben.

Thomas Effenberger hatte den Volvo auf einer Tombola der Handwerkskammer als Sonderpreis gewonnen - nachdem seine Losnummern bereits auf den ersten und zweiten Hauptpreis, Reisen, gefallen waren. Der Volvo war zuvor vom letzten Besitzer für die Tombola gespendet worden. „Thomas im Glück" Effenberger spendete nun seinerseits zehntausend Mark für die Kammer, nahm das Liebhaber-Auto, stellte es in die Garage seines Hauses und „genoß fortan kleine Spritztouren und Ausfahrten". Als der Bäcker nun umzog und die Garage wegfiel, wollte er sich von dem Oldtimer trennen, nicht ganz schweren Herzens: „Ich bin nicht so ein Autofreak." Er wandte sich an die Handwerkskammer, genauer Kammersprecher Horst Storjohann. Der Rat:: Die Handwerkskammer arbeite eng mit dem Ernst?Deutsch?Theater zusammen um Arbeitsplätze in den Werkstätten des Hauses zu sichern und Ausbildungslätze zu schaffen. Zudem, so die Absprache mit der Intendanz, soll das Theater wie einst die Alte Flora wieder kulturelle Heimat für das Handwerk sein.

Die Idee für die Versteigerung des Buckel?Volvos für den Ausbildungsplatz entstand und wird nun umgesetzt. „Vielleicht", so Effenberger, „entwickeln auch andere Bürger Phantasie, wie man einen Ausbildungsplatz möglich machen kann." Isabella Vértes?Schütter ist selig „Wir sind das einzige Privattheater, das an seinen Werkstätten festhält." Die Versteigerung sei eine „besonders gute Tat für einen besonders guten Zweck". „Wir hoffen, daß sich ein Käufer findet." Die Übergabe an den Meistbietenden soll am Montag sein. vM

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So kann man mitbieten

Das Prozedere der Versteigerung: Gebote können morgen zwischen 13 und 18 Uhr telefonisch (Tal. 22 701412), per Fax (22 7014 35) oder persönlich im Emst-DeutschTheater abgegeben werden. Thomas Effenberger steht zwischen 11 und 14 Uhr vor dem Theater für nähere Angaben über das Auto und seine Vorführung bereit.

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Der Oldtimer schnittig in Fahrt. Der 82-PSViertaktmotor verbraucht Normalbenzin, benötigt aber einen Bleizusatz im Öl und bringt es auf 155 Stundenkilometer.

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Ein Traum für Liebhaber: Buckel-Volvo 444 in Weinrot, Baujahr 1957, generalüberholt und neu lackiert, zugelassen und fahrtüchtig von vome. Fotos: VALLOCHA

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Isabella Vértes-Schütter am Lederlenkrad des Oldtimers, daneben Thomas Effenberger.

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Die Batterie ist neu, der Ölstand stimmt, die Anzeiger im Armaturenbrett funktionieren. 

1.3.1999   New Generation

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473 kB Interview mit Thomas Effenberger