Presse & News
Pressespiegel
4.11.1997 Altonaer Anzeiger
212 kB Public Private Partnership: Kaufleute sponsern Straßengrün
11/1997 Nordhandwerk
112 kB Öko Bäcker fährt mit Salatöl
10/1997 Mobilmix
1.81 MB Erst kommen die Brote... und dann?
15.9.1997 Hamburger Abendblatt
576 kB Ein Öko-Bäcker mit Idealen
Hoffnungsträger im Unternehmerlager: Anfänger, Aufsteiger, Shooting Stars
17.7.1997 Hamburger Abendblatt
210 kB Salatöl als Treibstoff
Öko Bäcker will seine Brote zukünftig umweltschonender ausliefern
Von PAUL FLÜCKIGER
Thomas Effenberger schraubt den Tank seines Mercedes 190 auf, nimmt den Deckel, streicht mit dem Zeigefinger darüber und steckt den Finger in den Mund: „Ja, das kann man essen; meiner fährt nämlich mit Salatöl", sagt er lächelnd. Der Motor springt mühelos an, läuft wie ein Diesel. Bald verbreitet sich im Wageninnern ein leichter Geruch von Sonnenblumenöl.
Bäckermeister Effenberger, Inhaber der Hamburger Vollkornbäckerei „Brotgarten", will in absehbarer Zeit seine Backwaren, deren Zutaten aus dem ökologischen Landbau stammen, mit Firmenwagen ausfahren, die von Salatöl angetrieben werden. „Im Moment läuft noch die Versuchsphase. Wir haben einen VW-Passat für lange Strecken und den Mercedes für den Stadtverkehr im Einsatz. In der Stadt brauche ich sechs Liter Salatöl auf hundert Kilometer."
Im kommenden Frühjahr soll auch die übrige Firmen-Flotte (sieben Fahrzeuge) Salatöl-Motoren erhalten. Sie stammen vom Ingenieur Ludwig Elsbett. Der von ihm entwickelte Pflanzenöl-Motor hat einen höheren Wirkungsgrad als herkömmliche
Benzin- oder Dieselmotoren. Bei der Verbrennung entsteht nur so viel Kohlendioxid wie die Pflanze vorher durch Photosynthese aufgenommen hat. Der Motor fährt mit einem nachwachsenden Rohstoff, das Pflanzenöl muß im Unterschied zu Biodiesel aus Rapsmethylester (RME) nicht erst mit hohem Energieaufwand chemisch aufbereitet werden.
Effenberger geht noch weiter: Der Treibstoff für seine Wagen wächst südlich von Zarrentin ökologisch ohne Pestizide und Kunstdünger heran, als Raps und Sonnenblumen. Mit dem Rapsertrag eines Hektars kann der Oko-Bäcker 18 200 Kilometer im Mercedes fahren. Effenberger bezahlt dafür 80 Pfennig pro Liter -„ich will zeigen, daß es geht".
Ob der Salatöl-Einsatz überhaupt ökologisch sinnvoll ist, darüber streiten sich die Gemüter. Das Umweltbundesamt (UBA) kritisiert den erhöhten Ausstoß von Spurengasen wie Benzol und Acrolein beim Pflanzenöl-Sprit. Das größte Problem sehen die UBA-Experten allerdings beim - konventionellen -Rapsanbau selbst. Hier müsse mit erheblichen Grundwasserbelastungen durch Kunstdünger gerechnet werden. Außerdem werde Rapsöl als Treibstoff stark subventioniert. Mit dem Geld könne man woanders effektiver in den Klimaschutz investieren.
1995 wurden in Deutschland 870 000 Tonnen Rapsöl erzeugt, das zusätzliche Potential wird auf 450 000 Tonnen geschätzt. Doch selbst wenn das gesamte Potential ausgeschöpft würde könnten nur fünf Prozent des deutschen Dieselverbrauches durch Rapsöl ersetzt werden. Die UBA-Experten raten deshalb, das Öl doch lieber im Salat einzusetzen.
BU
Thomas Effenberger betankt seinen Mercedes mit Sonnenblumen- oder Rapsöl. Foto: SAWATZKI
4/1997 Handwerk Magazin
580 kB Die besten Mitarbeiter finden und halten
30.3.1997 Welt am Sonntag
377 kB Chemie im Brot verunsichert Verbraucher
1/1997 Ökomarkt
